Interview auf Aveleen Avides Blog
Interview mit dem Westfalenblatt
Interview mit dem Nordbayerischen Kurier
Name:
Jobst Schlennstedt
Geburtstag:
06.Oktober 1976
Geburtsort:
Herford
Wohnort:
Lübeck
Familienstand:
Verheiratet und Vater einer Tochter und eines Sohnes
Ausbildung:
Nach dem Abitur, das zum Glück erst im zweiten Anlauf erreicht wurde (sonst wäre ich niemals auf die merkwürdige Idee gekommen in Oberfranken zu studieren, hätte niemals meine Frau kennengelernt
und auch Lübeck wäre wohl weiterhin ohne mich ausgekommen) und dem Zivildienst, ging es in die Festspielstadt Bayreuth, wo ich mein Geografiestudium begann. Und das, obwohl ich das Schulfach
Erdkunde bereits in der 12. Klasse abgewählt hatte. Glücklicherweise stellte sich alsbald heraus, dass das Studium und der Schulstoff in etwa so viel miteinander zu tun hatten, wie das Studium
mit meinem späteren Beruf – nämlich kaum etwas. 2004 beendete ich schließlich meine Zeit in Bayreuth als „fertiger“ Diplom-Wirtschaftsgeograph. Bis heute bin ich mir nicht ganz so sicher, wie ich
diese Zeit zwischen meinem 21sten und 27sten Lebensjahr beschreiben soll. Handhabe ich es mit Nietzsche, der gesagt haben soll: "irgendwann sitzen wir alle in Bayreuth zusammen und fragen uns,
wie wir es nur irgendwo anders aushalten konnten" oder mit einem Studenten, der seinerzeit in einem vollbesetzten Bayreuther Stadtbus irgendwo zwischen Innenstadt und Uni in einem Wohngebiet, in
dem vorwiegend ältere Mitbürger leben, schrie: „Nach Bayreuth kommt man doch nur zum Studieren oder Sterben“. Ich weiß es einfach nicht.
Beruf:
Es zog uns an die Ostsee nach Lübeck und ich landete in einem Beratungsunternehmen im Bereich Logistik. Von Oktober 2007 bis Oktober 2008 war ich dann Projekt- und Finanzmanager von
nternationalen Projekten in einem anderen Lübecker Beratungsunternehmen. Seit Mitte Oktober 2008 arbeite ich wieder in der Logistikbranche als Berater in einem Tochterunternehmen der
Hamburger Hafen und Logistik AG.
Und das Schreiben?
Ich glaube niemand will ernsthaft wissen, wie schmal die Honorare für Autoren wirklich sind. Seitdem ich beim Emons Verlag unter Vertrag stehe, hat sich dies natürlich etwas gebessert. Mehr als
ein Zubrot ist es dennoch (noch) nicht. Vielleicht ändert sich das ja, wenn ich demnächst bei Piper veröffentliche.
Wieso dann schreiben?
Das frage ich mich auch gelegentlich.
Und wie kam es dazu?
Ganz klar liegt die Schuld bei meiner Mutter, deren klobige alte Schreibmaschine mich schon, als ich noch ein Kind war, magisch anzog. Später habe ich dann übrigens meinen 286-Rechner mit 20
Megahertz und 80 MB Festplattenspeicher sowie einen fürchterlich nervenaufreibenden Nadeldrucker der Firma Epson malträtiert. Heute schreibe ich oft per Hand und haue es anschließend komfortabel
in mein Notebook.
Wann wird denn geschrieben?
Vorwiegend abends, aber auch morgens auf dem Klo oder gerne mal im Urlaub weit weg von zu Hause.
Und weshalb Krimi?
Tja, wahrscheinlich, weil mich das Genre Krimi lange Zeit sehr interessiert hat. Trotz einer gewissen Sättigung am markt reizt mich das Genre noch immer sehr. Letztlich ist es mir möglich,
aktuelle sozialkritische Themen aufzugreifen und mit einem hohen Maß an Spannung zu versehen.
Themawechsel – was macht der Autor sonst noch?
Neben Job und Schreiben bleibt kaum noch Zeit, aber mit Freunden auszugehen ist immer drin. Ansonsten vernachlässige ich das Badminton spielen und Kochen, was ich bis vor einiger Zeit noch etwas
mehr gepflegt habe. Und natürlich meine Tochter, die bekommt natürlich am meisten Aufmerksamkeit;-)
Gibt es denn Vorbilder?
Generell nein, was das Schreiben angeht würde ich aber sagen, am ehesten Douglas Adams, der „nachhaltigen“ (kein wort wird übrigens öfter unsinniger benutzt als dieses, genau wie in diesem fall)
Eindruck bei mir hinterlassen hat. Im Krimi-Genre am ehesten Henning Mankell und Ian Rankin.
Jetzt noch ein Steckbrief mit den wichtigsten Dingen
Lieblingsfussballverein:
1.FC Köln
Lieblingsmusik:
Carter USM, Jim Bob, Oasis, Kasabian, The Courteneers, Travis, ... (Liste ließe sich recht lang fortsetzen)
Lieblingsessen:
Mein Bruder ist Koch und Restaurantbesitzer, meine Mutter auch nicht die schlechteste Köchin, ich selbst kann es ebenfalls ein bisschen – da hat man kein Lieblingsgericht, weil ständig viel Neues
probiert wird.
Lieblingsbuch:
Per Anhalter durch die Galaxis
Lieblingsfilm:
Hmm, ich bin ein ziemlicher Filmmuffel.
Lieblingstier:
Variiert, aber generell alle, die einigermaßen trottelig aussehen.
Lieblingsreiseland:
Noch immer Norwegen (dank Slartibartfaß)
Zum Abschluss – wie lautet der albernste Satz, den sie je geschrieben haben:?
Vielmehr sollten die Erdenbewohner darüber nachdenken, warum die Ätzer vom Planeten Terpentin unsere Erde „Badewannenstöpsel“ nennen, obwohl niemand auf Terpentin irgendeine Ahnung hat, was eine
Badewanne ist, geschweige denn ein solcher Stöpsel (aus einer der ersten Versionen von "Elvor Zwoelff", 1996, einem Manuskript, das wohl niemals ans Licht der Öffentlichkeit gelangen
wird)